Was einen manchmal auf die Palme bringt…

Sonntag, 01. Februar 2009 von admin

Was einen manchmal auf die Palme bringt :

Als Blogger liest man ja gelegentlich auch auf anderen Seiten und beteiligt sich hin und wieder auch an den bestehenden Diskussionen um mal einen Kommentar beizusteuern, den die Welt in den meisten Fällen nicht braucht.

In einem Bereich jedoch ist es fast schon zu 100% Garantiert geteert und gesteinigt zu werden, wenn man seine Meinung öffentlich macht. Und zwar zum Thema Verdienst und Steuer. Noch nicht lange ist es her, dass ein Manager einer Recht bekannten Behörde öffentlich an den Pranger gestellt wurde. Er hatte Steuern hinterzogen und wurde dafür – in den Augen vieler – zu Milde bestraft. Am liebsten wäre der sogenannten „Allgemeinheit“ wohl eine hohe Haftstrafe gewesen.

Der Tenor dieser und vieler anderer Beispiele ist immer gleich : Angeblich beteiligen sich die Personen mit hohem Einkommen nicht an Ihren Bürgerpflichten – nämlich den Kosten um das Gemeinwohl zu finanzieren und sich angemessen daran zu beteiligen. Millionäre drücken sich wo Sie nur können, nutzen Steueroasen um Ihr Geld in Sicherheit zu bringe, während das gemeine Volk mit Hartz IV unter menschenunwürdigen Bedingungen lebt oder leben muss. Und wenn Sie dennoch erwischt werden, kaufen Sie sich mit ein paar Scheinen einfach wieder frei.

Aber ist das wirklich so ?
Sieht Gerechtigkeit wirklich so einfach aus ?

Wird dabei nicht ein entscheidender Punkt vergessen ? Im oben genannten Fall z.B. hat die entsprechende Person zumindestens gewisse Teile seines Einkommens rechtmäßig versteuert. Herausgekommen sind dabei Steuereinnahmen von über einer Million Euro im Jahr. Wie viele Jahre müsste ich (oder Sie, wenn Sie hier gerade mitlesen) arbeiten um eine solche Summe aufzubringen ? Ist es gerecht wenn eine Einzelperson jährlich soviele Steuern zahlt wie andere Personengruppen zusammen in Ihrem ganzen Leben nicht ?.

Die Antwort darauf mag strittig sein, unstrittig hingegen ist jedoch folgendes :

Etwa 10% der Bevölkerung zahlen 50% der gesamten Einkommenssteuer. Etwa 25% tragen, um es noch deutlicher zu machen, 80% der Steuerlast. Der Dank für diese „aufopfernde“ Aufgabe von dem verdienten Geld 50% abzugeben hält sich durchaus in Grenzen. Das genaue Gegenteil ist in den meisten Fällen der Fall.

Für mich bedeutet Gerechtigkeit, die bei solchen Diskussionen allzu gerne eingefordert wird, jedoch nicht, dass 20% der Bürger dafür verantwortlich sind, dass es den restlichen 80% gut geht. In einer funktionierenden Gesellschaft ist JEDER ein Stück weit dafür verantwortlich seinen Teil für das System, in dem er lebt, beizutragen.

Wenn man also unzufrieden mit der Tatsache ist, dass einige (oder auch einige mehr) der oben genannten 10% der Steuerzahler keine Lust verspüren noch mehr Steuern zu zahlen sollte man sich gelegentlich die Frage stellen welche Leistung eigentlich die 30 Millionen Menschen für die Gesellschaft hervorbringen, die gar keine Steuern zahlen.

Wenn man bedenkt, dass im unteren Bereich ca. 30% aller Deutschen gerade mal 0,9% der Steuereinnahmen hervorbringen (wohlgemerkt 30% der steuerpflichtigen Bevölkerung, Arbeitslose und Hartz IV Empfänger verdoppeln diese Zahl nahezu), aber wohl 90% der Blogbeiträge verfassen und kommentieren in denen Sie Ihren Unmut ausdrücken, dann ist das schon eine traurige Statistik, oder ?

In einer gerechten Welt müsste man sich eigentlich bedanken, dass etwa 20% der steuerpflichtigen Bevölkerung 80 % aller Kosten schultert und nicht wie einige bekannte Persönlichkeiten einfach auswandern. In einem solchen Fall würde unser ach so ungerechtes Land nämlich zusammenbrechen.

Anstatt also Steine zu werfen, könnte man ja auch einmal Danke sagen – auch wenn man sich ärgert, dass der andere deutlich mehr verdient.

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