Was bringt eigentlich

Montag, 26. Juli 2010 von admin

Diese Frage ist manchmal sehr einfach zu beantworten. Der Klapperstorch bringt die Kinder, der Nikolaus gelegentlich die Rute. Aber was bringen die vielfältigen Portalseiten, B2B oder B2C Seiten im Internet, für die man gelegentlich auch ordentliche Beträge auf den Tisch legen muss.

Diese Frage stellt man sich spätestens dann, wenn 20 solcher Firmen per Telefon Ihren Dienst vorgestellt haben. Angefangen hat es mit dem wohl ältesten Dienst dieser Art WLW – Wer liefert was. Eine Art Branchenbuch in dem man gezielt nach Firmen oder Produkten suchen kann.

Hier setzt man nicht nur auf nervige Telefonanrufe, sondern sendet auch einen Außendienstmitarbeiter vorbei. Für uns war dieses der erste seriöse Anbieter, den wir nach Jahren einer kostenlosen Eintragung dann auch – nach über einem Jahr der Preisverhandlung – zu einem bezahlten Eintrag aufgerüstet haben.

Für uns ist es immer sehr spannend zu sehen wie Leistung und Gegenleistung im Verhältnis stehen. Bei WLW können wir auf eigene Daten zurückgreifen und wissen, dass wir für den eingesetzten Betrag pro Monat ca. 150 Besucher bekommen. Auf die reinen Kosten reduziert wären es jedoch teuer erkaufte Besucher, denn nur 3 Personen oder 0,15% trafen auch eine direkte Kaufentscheidung. Das reicht nicht Ansatzweise aus um die Kosten zu decken.

Dennoch ist WLW für uns weiterhin interessant, denn ob z.B. eine Mailanfrage oder Faxbestellung auch diesem Partner zuzurechnen ist, sollte man nicht ausschließen.

Als direkter Gegenkandidat ist Industrystock zu nennen, die telefonisch gerne den erstgenannten belächeln und als „kleines Licht“ hinstellen. Industrystock stellte sich in den geführten Telefonaten gerne als Branchenprimus hin und versprach deutlich mehr interessierte Kunden auf die Webseite zu lenken. Auch hier gab es natürlich einige Verhandlungen, bis der Vertrag unterschriftsreif gewesen ist. Nach einem Jahr jedoch klafft – zumindestens in unserem Bereich – eine deutliche Lücke zwischen Selbstverständnis und realen Zahlen.  Industrystock hat im ganzen Jahr weniger Besucher, oder potentielle Kunden auf unsere Webseite gebracht, als der „kleine Wettbewerber“ in einem Monat.

Lediglich die Mailanfragen waren hier deutlich höher, leider aber auch völlig uninteressant, da es meistens um die Zusendung von Katalogmaterial oder Produkte ging die wir gar nicht im Angebot haben. Kaum noch erwähnt werden muss sicherlich, dass nicht ein Besucher auch wirklich einen Kauf getätigt hat.
Hier bleibt nur ein logischer Schluß : Kündigung des Vertragsverhältnisses.

Über die letzten Monate kamen noch so einige weitere Angebote dieser Art in unser Haus – die unrühmliche Ausnahme war dabei wohl itsbetter, die von Millionen Seitenaufrufen und rosiger Zukunft sprachen.  Schon beim ersten Anruf wurde von unserer Seite deutlich betont, dass wir gerne 1-2 Monate bezahlt testen um dann eine langfristige Entscheidung zu treffen. Bis auf leere Worthülsen wie „aber Herr…. Wie wollen Sie denn in so kurzer Zeit…“ kam nicht viel dabei heraus. Ich denke auch 2 Wochen reichen durchaus um zu sehen ob 1, 10 oder die in Aussicht gestellten 1000 Besucher kommen.

In den letzten Jahren hatte ich kaum ein Gespräch, bei dem so viel heiße Luft erzeugt wurde und ich das Gefühl hatte dass jedes Gegenargument nicht persönlich aufgegriffen wurde, sondern die Antworten wie von einem Teleprompter abgelesen wurden.  Das mag vielleicht bei einem Frisörstübchen funktionieren, aber nicht bei einem Dienstleister, der sich mit dem Medium über Jahre beschäftigt hat.

Mir blieb nichts weiter als mitten im Satz aufzulegen, weil die Argumente zum 5ten mal wiederholt wurden. Liebes itsbetter Team, das Mehrfache wiederholen von Argumenten die ein Gegenüber nicht annimmt erhöhen die Chancen nicht, sondern nerven einfach nur.

Noch nerviger war jedoch, dass man noch 2 weitere Male versuchte per Anruf sich auf das erste Gespräch zu berufen in dem man ja schon nah an einer Zusammenarbeit gewesen ist. Freundlich formuliert ist das eine leichte Übertreibung, und die einzige Zusammenarbeit die ich mir vorstellen kann ist mal zu prüfen ob man sich gegen die Anrufe nicht auch rechtlich wehren kann.

Letztendlich kommen wir zu dem Fazit, dass nur wenige Anbieter wirklich Ihre Versprechungen halten können. Bevor man also – teilweise sehr viel – Geld in die Hand nimmt um jemandem für ein Versprechen zu bezahlen, sollte man auch etwas Geld in die Hand nehmen um die Voraussetzungen zu schaffen diese Versprechungen auch überprüfen zu können. Ansonsten kann man auch eine wildfremde Person auf der Straße ansprechen und diese Fragen ob Sie einem, man gibt auch einige tausend Euro dafür – versprechen würde ein glückliches Leben zu haben.

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