Haben Sie es auch schon bemerkt ?
Immer mehr kleinere Händler, die Ebay oder Amazon als Verkaufsplattform nutzen sitzen – angeblich – nicht mehr in Deutschland, sondern in den angrenzenden Niedrigsteuernländern der EU oder darüber (oder sagt man dahinter ?) hinaus.
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Natürlich handelt es sich dabei wohl in fast allen Fällen um einen fingierten Firmensitz, der letztendlich nur dazu dient, sein Einkommen nicht in Deutschland versteuern zu müssen.
Ohne auf irgendwelche moralischen Gleise umzuschwenken ist für mich das Ausmaß – die spontane Zunahme der verschobenen Firmensitze – das eigentlich erschreckende.
Schon lange vor der aktuellen Finanzkrise war für die großen Firmen die Zeit angebrochen Produktion, Kundenservice oder zumindestens die Buchhaltung ins Ausland zu verlagern um nicht nur die Lohnkosten zu senken, sondern auch die Gewinne im Unternehmen zu lassen.
Es ist nicht immer die reine Gier die dazu treibt dem Staat möglichst wenig abgeben zu wollen, sondern oftmals auch die eigenen Ziele weiter zu wachsen und investieren zu können.
Die jetzige Krise, in der sich unser Land zweifelsfrei befindet, und die hohen Nebenkosten tragen nun dazu bei, dass auch immer mehr kleine Firmen den Aufwand nicht mehr scheuen und sich – zumindestens auf dem Papier – eine neue Heimat suchen. Dieses dürfte sich nach der anstehenden Wahl und den wohl unvermeidlichen Steuererhöhungen noch um ein vielfaches beschleunigen.
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Mir persönlich ist es weiterhin egal ob ich meinen Kinderwagen nun von einem Händler mit Firmensitz in Litauen kaufe, oder den Schlagschrauber von Güde von einem Händler aus der Ukraine.
Hergestellt – und somit Arbeitsplätze geschaffen – wurde in China. Unser Staat hat es somit schon vor Jahren verstanden den wichtigsten Punkt der Wertschöpfung hilflos abziehen zu lassen.
Der Importeur versteuert ebenfalls seit Jahren die Gewinne nicht mehr in Deutschland sondern in Luxembourg oder der Schweiz. Als wenn es jetzt noch auf den letzten Zipfel der Nahrungskette ankommen würde – nämlich der Spanne zwischen Einkauf und Verkauf des Händlers die letztendlich nach Abzug aller Kosten seinen Gewinn darstellt.
Somit ist es mir wahrlich egal ob der Händler nun angeblich seine Firma in Litauen betreibt – es ändert an der Gesamtproblematik nichts. Ein umdenken wird aber wohl erst dann stattfinden, wenn so viele Unternehmen Ihren Sitz verlagert haben, dass der verbleibende Mittelstand sein stetig schwerer werdendes Bündel nicht mehr schultern kann.
Arbeitsplätze schafft man – wie die letzten 20 Jahre wohl deutlich gezeigt haben – nicht durch hohe Steuern. Anscheinend muss der Karren aber erst gegen die Wand fahren, bevor sich wirklich etwas ändert. Insofern nur her mit den nächsten Steuererhöhungen – am besten gleich 80%, dann können wir schon in 1-2 Jahren anfangen über ein System nachzudenken, bei dem sich ein Sockenversand aus Litauen nicht mehr lohnt und für Mensch wie Unternehmen gerecht ist.
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