Ich fördere keinen Unfug
Seit einigen Monaten nervt mich ein Unternehmen, welche seine Holzspalter im Direktvertrieb anbietet mit Vorschlägen und Hinweisen, warum Ihre Holzspalter so umweltfreundlich wie nichts anderes sind – weil Sie anstatt mit Hydrauliköl mit Wasser betrieben werden.
So schön so gut : Wenn der Anbieter die Absicht hat, dass wir seine Produkte verkaufen, sollte er es zuerst mal mit einem Angebot versuchen dem der Handel nicht wiederstehen kann, anstatt den Händler zu belehren warum seine Produkt böse sind und das Gute dann auf einer beweihräuchernden Webseite zur Selbstanalyse dargestellt wird.
Sehen wir mal davon ab, dass in einem normalen Holzspalter das Öl für die Hydraulik in einem geschlossenen System bereitgehalten wird und dort auch lange Zeit verbleibt, so bleibt für mich die Frage wo der darüber hinaus greifende Nutzen eines Holzspalters mit Wasserantrieb zu finden ist.
Vielleicht, dass nicht nur ein Holzspalter gefertigt werden muss, dessen Herstellung Energie benötigt und die Umwelt verschmutzt, sondern zu dessen Betrieb auch noch ein Hochdruckreiniger benötigt wird, der ebenfalls bei seiner Fertigung die Umwelt belastet hat ?
Soviel zum Thema grüner Engel für umweltbewusstes spalten….
Ganz zu schweigen von der Tatsache, dass für das Einstiegsgerät schon weit über 1000 € bezahlt werden müssen, wobei ein günstiger Ölspalter schon ab 399 Euro (und in Baumärkten noch weit darunter) zu bekommen ist.
Am schlimmsten sind jedoch die vielen falschen Behauptungen, die auf der Firmenseite aufgestellt werden um das Nischenprodukt bestmöglich in den Himmel zu heben und die Standard Holzspalter eigentlich die Daseinsberechtigung abzusprechen. Nehmen wir mal das Beispiel, dass normale Spaltkreuze aus C40 Stahl gefertigt sind, welches in Italien angeblich das minderwertigste Erzeugnis nach dem gemeinen Baustahl ist.
Mal abgesehen, dass C40 keine übliche Bezeichnung ist (Zu finden übrigens verstärkt bei der Fa. Güde, von der unser Wasserhydraulikexperte die Hochdruckreiniger anbietet um den Holzspalter anzubieten – ein Schelm wer böses dabei denkt) sollte man sich durchaus vor Augen halten, dass Holz ein sehr weicher Werkstoff ist und ein Spaltkreuz daher keine herausragenden Eigenschaften benötigt um eine Spaltung herbeizuführen. Und dass selbst ein weicher Grundwerkstoff durchaus gehärtet werden kann um mehr Widerstand zu bieten.
Sicherlich ist es müßig über das Für und wieder zu argumentieren und ich gebe zu, dass ich selbst noch nicht mit einem Wasserholzspalter gearbeitet habe. Mit erschließt sich aber auch der Sinn nicht, wenn ich anstatt eine Maschine zu benutzen, die kaputt gehen kann und die transportiert werden muss, nun 2 benutzen soll, die darüber hinaus noch das zig-fache Kosten.
Ob der Aspekt, dass Öl, welches heutzutage durchaus Recycelt werden kann und wird, ausreicht bleibt fraglich. Lieber 1 Tropfen Öl auf meinem Grund und Boden, als diverse Produktionsabfälle in China in die Flüsse ist da schon eher meine Devise.
Und letztendlich bleibt die Frage wie im Schadensfall die Garantiefrage gelöst wird. Mir als Kunde wäre da ein Händler in Deutschland lieber, als wenn ich mich direkt mit jemanden in Italien auseinandersetzen muss.
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