Reisen bildet – dieses Sprichwort hat durchaus seinen Sinn und hat sich im Falle einer Geschäftsreise nach China mehr als nur bewahrheitet. Mal ganz davon abgesehen, dass China nicht das Land meiner Träume ist und die dortigen geschäftlichen Beziehungen auf das kleinst mögliche notwendige Maß reduziert bleiben, so konnte ich doch einen ganzen Rucksack voller Erfahrungen über Energie, Immobilien, Gebaren, Umweltbelange und mehr mitnehmen, und habe so genügend Material um den ein oder anderen Beitrag zu schreiben und einmal einen Blick hinter die große Mauer zu werfen und in einen Vergleich mit unserem Land zu bringen, bzw. die möglichen Auswirkungen für uns zu beschreiben.
Am einprägsamsten für mich war die Reise hinsichtlich der Energiepolitik. Dem Energieverbrauch und daraus resultierend dem Schwachsinn den Deutschland gerade veranstaltet um Energie einzusparen um die Welt zu retten.
Fangen wir mit den nackten Fakten einfach an :
Energiekosten in Deutschland pro Kilowattstunde : 0,14 Euro
Energiekosten in China pro Kilowattstunde : 0,007 Euro
Während bei uns der Energiepreis wegen der viel zu hohen und völlig überflüssigen Einspeisung regen. Energien deutlich steigen wird (auf geschätzt 0,28 € kWh) profitieren hier nur wenige Personen (Energiekonzerne unter dem Schutz der Politik und die Betreiber von Solar und Windkraftanlagen) von allen abhängigen Verbrauchern. Unter dem Deckmantel der Ökosteuer zahlen wir kräftig drauf und nur die Großverbraucher werden verschont – sicher ungerecht, da eigentlich für diese Gruppe die Steuer gedacht war und nun alle anderen Zahlen. Hätte man die Großverbraucher jedoch nicht von der Steuer befreit, wären wohl einige Menschen mehr in gewissen Umschulungsmaßnahmen um nicht in der Arbeitslosenstatistik aufzutauchen.
Das hohe Energiekosten gleichzeitig auch bedeuten, dass Forschung von Produktion in Energieverbrauchsstarken Branchen aus dem Land getrieben werden und Arbeitsplätze vernichten, bewirkt ebenfalls, dass diese Unternehmen in Ländern mit günstigen Kosten teilweise ohne Umweltauflagen produzieren. Wir verlieren hier also nicht nur Wertschöpfung und Arbeitsplätze, sondern müssen auch noch investieren um die Schäden anderswo zu beheben, die nie hätten entstehen müssen.
Aber zurück zum Thema : Für mich war sehr interessant, dass die 24 Millionen Metropole Shanghai am Tag genau so viel Energie verbraucht, wie Deutschland. Ja, richtig gehört. Genau so viel wie Deutschland. Eine einzige Stadt. Während wir also gezwungen werden Energiesparlampen einzusetzen wird auf der anderen Seite munter die Stadt mit Halogen beleuchtet. Während hier Elektrogeräte auf gewisse Leistungsgrenzen reglementiert werden sollen, laufen dort 5 kWh Klimaanlagen rund um die Uhr. Während hier alle Häuser für bis zu 250 Euro pro m2 saniert werden um Energie zu sparen, wird dort schnell gebaut und schon jetzt ist eine Wohnung dort hinsichtlich Energieausbeute um Faktor 24 schlechter.
Eigentlich ist es so als ob alle Deutschen in den Bodensee pinkeln würden in der Hoffnung den Grundwasserspiegel Weltweit anzuheben. Utopisch, schwachsinnig, Zeitverschwendung.
Ganz zu schweigen, dass man in einigen Bereichen in China schon deutlich weiter ist als in Deutschland. Während hierzulande noch darüber nachgedacht wird wie Elektroautos betankt werden können und wie der Steuerzahler den Aufbau der Tankstellen bezahlen soll, fahren dort schon 95% aller Zweiräder mit Elektroantrieb. Dort kostet ein solches Motorrad umgerechnet 200 Euro. Für einen Preis von 400 Euro oder 500 Euro würde es in Deutschland wohl jeder Haushalt haben und auch nutzen, aber hier hat die Politik schon Mittel und Wege gefunden eine Einführung zu verhindern und wenn es kommt, wird es für die Masse uninteressant – weil nicht sofort bezahlbar – sein.
Wer also meint Deutschland könnte mit der Reduzierrung von Co2 die Welt retten, sollte vielleicht einmal ein Carbon-neutrales-Flugticket nach China kaufen und sich die Augen öffnen lassen. Wir schaufeln unser eigenes Grab und haben Spaß dabei. Dabei wäre ein Umstieg auf saubere Energie einfach, ein Technologiewechsel bezahlbar und ein Klimaschutz möglich, wenn man nur auf unsinnige Subventionen verzichten würde und vielleicht den ein oder anderen Politiker des Landes verweisen würde können – vielleicht auch nur aus dem Grund, weil er nicht im Interesse Deutschlands bzw. des Volkes arbeitet.
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