Arbeitskräfte gesucht aber bitte keine Deutschen

Freitag, 13. August 2010 von admin

Der Spiegel gibt sich mal wieder als Lautsprecher gewisser Wirtschaftsverbände. Diesmal wird der drohende (und sogar schon bestehende) Fachkräftemangel angeprangert, der nur durch unbürokratischen und schnellstmöglichen Zulauf (Zukauf ?) von ausländischen Arbeitern gestoppt werden kann.

Während also, bedingt durch die Krise, einer nicht vorhandenen Steuerung des Arbeitsmarktes und völlig sinnfreien Fortbildungs- und Umschulungsmaßnahmen Millionen Menschen in Kurzarbeit sind, Ihren Job verloren haben und in Zeitverträgen auf Mindestlohnbasis hängen, oder lohnerhöhende Zuschüsse bekommen, bzw. Ihrem Job als H4-Beauftragter nachgehen, wagen es wirklich Politiker wie Wirtschaftsverbände offen kundzutun, dass es so viele hochbezahlte Jobs gäbe, die nicht aus der vorhandenen Urmasse der unteren Einkommen gefüllt werden können.

Vorgestern noch Arbeit, gestern Kurzarbeit, heute Arbeitslos und morgen wird der Neue Mitarbeiter importiert ?

Wir als Maschinenhändler stehen mit der Fachkräfteflaute in indirektem Zusammenhang. Immerhin werden Dreher und Schleifer gesucht, also Menschen die schon morgen vor einer unserer Maschinen stehen könnten. Menschen die auch unsere Zukunft sichern.

Wenn es um Berufe geht, die nur 1% der Menschheit perfekt erlernen kann, wie z.B. Programmierer dann kann ich durchaus noch verstehen, dass man hier ggf. auch über die Ländergrenzen hinweg den perfekten Mitarbeiter suchen muss. Aber die Wirtschaft schreit ja nicht unbedingt nach so speziellen Aufgabengebieten, sondern weitaus allgemeiner. Ein Dreher z.B. steht vor der Drehmaschinen, richtet diese ggf. noch ein (obwohl auch dieses oftmals von einer anderen Person erledigt wird) und überwacht dann den mehr oder weniger automatisierten Produktionsprozess.

Hier will uns die Politik und Wirtschaftslobby also unterjubeln, dass weder die jungen Arbeitssuchenden, noch die Menschen mit einem Alter von 50+, die ggf. schon Jahrzehnte an solchen Maschinen gearbeitet haben, nur ohne NC oder CNC Unterstützung, nicht in der Lage sind diese Aufgaben zu übernehmen ?

Noch absurder wird die Forderung nach Krankenschwestern und Altenpflegern. Während die hier im Lande arbeitenden gegen schlechte Bezahlung, Überstunden und sonstige Mängel am Arbeitsplatz kämpfen und im Fernsehen stetig berichtet wird wie es genau diese Zielgruppe in Länder wie Dänemark, England, Schweden u.s.w. zieht, um endlich auch von der Bezahlung ein normales Leben ohne Zuschüsse vom Staat führen zu können sucht man also „importierte Fachkräfte für die gutbezahlten Jobs die nicht besetzt werden können“.

Mir platzt der Kragen wenn ich so einen Mist aus den Reihen der Politik und Wirtschaft lese. Nicht nur ich, sondern viele andere Menschen auch zahlen nicht wenig Steuergeld um 10 Millionen Menschen mit H4 zu bezuschussen. Wir zahlen Zwangsbeiträge die uns fehlen um Arbeitsplätze zu schaffen und den Betrieb aufzubauen und anstatt, dass durch eine vernünftige Arbeitsmarktpolitik diese Summe von ZEHN MILLIONEN gesenkt wird und Umschulungen angeboten werden um offene Stellen zu besetzen wird allen ernstes darüber nachgedacht einfach mal aus anderen Ländern Arbeitskräfte abzuwerben.

Wir haben offene Stellen und wir haben eine Masse an Menschen die entweder Arbeit suchen, oder von Ihrer aktuellen Arbeit Ihre Familie nicht ohne staatliche Hilfe ernähren können. Hier muss die Änderung greifen um Deutschland Zukunftssicher zu machen. Wenn weiterhin Milliarden nur umverteilt werden und genau dort fehlen wo eigentlich Aufbau betrieben werden sollte ist der Industriestandort nicht mehr zu halten.

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1 Kommentar »

  1. Endlich eine Meinung die ich in vollem Umfang vertrete.Die Politik ist hier vollends auf dem Holzweg und sollte sich schleunigst daran machen geschulte Fachkräfte aus den Reihen unserer deutsche Landsleute zu gewinnen.
    Zusätzlich zu der vorgenannten Meinung hab ich noch zu sagen, dass wir in Deutschland gut geschultes Personal ausbilden bzw. an unseren Hochschulen eine Elite vorhanden ist, welche aber aufgrund diverser Umstände keine Chance bekommt in unseren deutschen Unternehmen Arbeit zu finden. Es wird ja in der Regel Personal mit mindestens 3 Jahren Berufserfahrung gesucht. Warum also nicht mal von Staatsseite her Geld ausgeben um Hochschulabsolventen einen Berufseinstieg zu gewährleisten? Muss denn immer erst ab der Arbeitslosigkeit Geld fließen? Man könnte sich doch mit den Unternehmen darauf einigen die Hälfte des Arbeitslohnes für ein bis zwei Jahre zu tragen und schon wäre die Möglichkeit für alle interessierten Firmen gegeben, Fachkräfte mit Berufserfahrung innerhalb Deutschlands zu finden.

    Comment: Dennis (Baufachhandel Merseb.) – 23. November 2010 @ 8:46 am

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